Was ist im vergangenen Jahr besonders gut gelaufen und in welchen Bereichen will Militzer & Münch in den kommenden Monaten expandieren? Alexei Kovalenko, CFO TransInvest und Militzer & Münch sowie Sprecher des Militzer & Münch Group Managements, blickt im Interview auf ein bewegtes Jahr 2025 zurück und gibt einen Ausblick auf die Pläne und Prioritäten für 2026.
Herr Kovalenko, welche strategischen Schwerpunkte hat sich die Militzer & Münch Gruppe für 2026 gesetzt?
Wir haben uns über die vergangenen Jahre erfolgreich als ein führender Dienstleister für die herausfordernden Märkte dieser Welt etabliert. Inzwischen sind wir in fast 40 Ländern aktiv. Diese Stellung wollen wir festigen und ausbauen. Darauf liegt auch 2026 unser Fokus.
In Europa haben wir uns mit Wirkung zum Februar neu organisiert und die Regionen Zentraleuropa und Nordosteuropa zusammengelegt. Unsere neugeschaffene Region Zentral- und Osteuropa umfasst die Ländereinheiten Deutschland, Schweiz, Österreich, Polen, Lettland, Litauen und Ukraine. Regional Managing Director ist der erfahrene und interkulturell versierte Logistikmanager Nicolas Chéné. Damit bündeln wir die Leitung von zwei Teilregionen in einer zentralen Führungsinstanz. Nicolas Chéné übernimmt außerdem den Vorsitz der Geschäftsführung von Militzer & Münch in Deutschland. Zudem verfolgen wir das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den deutschen Organisationen und der Region Südwest-Europa / Maghreb zu stärken. Dort verzeichneten wir zuletzt eine sehr gute Entwicklung und eine hervorragende Marktposition, die es nun zu verteidigen gilt.
In welchen Märkten und Bereichen streben Sie Wachstum an?
Über die vergangenen Jahre hinweg haben wir ein starkes Wachstum im Raum Südostasien-Pazifik vorangetrieben. Unsere neuen Gesellschaften in der Region entwickeln sich insgesamt sehr gut. Derzeit sondieren wir Optionen für eine weitere Expansion in Indochina. In welcher Form das genau geschieht, wird sich in den kommenden Monaten herausstellen.
Welche geopolitischen, technischen oder sonstigen Entwicklungen prägen derzeit das Geschäft?
Das vergangene Jahr war von Konflikten und Sanktionen geprägt, die uns als Logistiker vor Herausforderungen stellen. Der amerikanische Handelskrieg hat gerade in China viele Versender dazu veranlasst, ein hohes Volumen zu versenden, um etwaigen Zollschranken zuvorzukommen. Auf der anderen Seite ist das Luft- und Seefrachtgeschäft in Europa schwieriger geworden. Als Unternehmensgruppe verfügen wir aber über einen gesunden Mix über alle Regionen und Verkehrsträger hinweg, daher ist der Einfluss dieser Teilbereiche auf unserer Gesamtgeschäft überschaubar.
Wir befassen uns natürlich auch mit den Entwicklungen auf dem Feld der KI. Ein aktuelles Beispiel: Unsere Kollegen in China entwickeln derzeit eine Lösung, die wir bei entsprechendem Erfolg auch in den anderen Gesellschaften unserer Gruppe einsetzen können.
Welche Landesgesellschaften haben ein besonders erfolgreiches Jahr 2025 hinter sich?
Insgesamt haben wir als Militzer & Münch Gruppe erreicht, was wir erreichen wollten. Die geopolitischen Bedingungen waren schwierig. Trotzdem konnten wir gute Ergebnisse erzielen, insbesondere in der Region Südwesteuropa / Maghreb, hier vor allem in Frankreich und Marokko. In Südosteuropa konnte auch Griechenland das Jahr gut abschließen.
Darüber hinaus möchte ich Indonesien hervorheben. Wir sind erst seit 2024 mit einem Gemeinschaftsunternehmen im Land vertreten. Trotzdem ist Militzer & Münch Indonesien bereits zur zweitstärksten Ländereinheit der Region nach China geworden.
Ein starkes Jahr hatte auch die M&M Premium Car Logistics. Das Joint Venture ist ebenfalls seit 2024 im Geschäft und hat in dieser Zeit einen sehr guten Kundenstamm aufgebaut und eine sehr erfreuliche Entwicklung genommen.
Was macht Ihr Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber für die nächste Generation von Logistikprofis?
Lieferketten haben höchste Bedeutung für Menschen und Volkswirtschaften überall auf der Welt. Das haben wir besonders in der Pandemie gesehen und jetzt wieder in einer Zeit globaler Instabilität. Deshalb sind Logistikexperten besonders gefragt. Bei Militzer & Münch können junge Mitarbeitende die Bedeutung der Branche hautnah miterleben.
Wir vertrauen unseren Angestellten und geben von Anfang an operative Verantwortung an sie ab. Dafür suchen wir Persönlichkeiten, die nicht nur einen Schritt in der Transportkette organisieren wollen, sondern den gesamten Weg von Anfang bis Ende mitgestalten. Dieser holistische Ansatz erfordert unternehmerisches Denken. Das macht Militzer & Münch zu einem besonders attraktiven Arbeitgeber für diejenigen, die sich für Logistik in einem internationalen Umfeld interessieren.
Außerdem werden Talente bei uns gezielt gefördert. Mit unserem „Talent Management Programme“ entwickeln wir das Potenzial unserer Mitarbeitenden weiter und bieten ihnen die Möglichkeit, zur Führungskraft zu werden. So schaffen wir ein Umfeld, in dem Engagement, Eigenverantwortung und Entwicklung Hand in Hand gehen. Dadurch konnten wir die Herausforderungen der letzten Zeit gut bewältigen und gehen zuversichtlich in das Jahr 2026.








































