Wasserkraft für Zentralasien

Nachhaltige Energieversorgung: Etwa 100 Kilometer nordöstlich der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe wird am Fluss Wachsch zurzeit ein Staudamm gebaut. Die Militzer & Münch Gruppe übernimmt den Door-to-Door Transport der Komponenten für zwei gasisolierte Schaltanlagen des Wasserkraftwerks, das Teil des Staudamms ist.

Mit 335 Metern Höhe wird der Rogun-Staudamm nach der Fertigstellung die höchste Talsperre der Welt sein. Das Wasserkraftwerk soll mehrere Gebiete in Zentralasien mit Elektrizität versorgen. Sechs 600-Megawatt-Turbinen werden zirka 13,3 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. In den Schaltanlagen wird die elektrische Energie verteilt oder umgespannt – das verhindert Überlast und Kurzschlüsse.

Gesicherte Ladung

Im Jahr 2017 transportiert Militzer & Münch zahlreiche Bauteile für zwei Schaltanlagen per Lkw bis an die Baustelle des Rogun-Staudamms. Die Abwicklung des Projekts übernimmt das Militzer & Münch Team in Nürnberg. Komponenten für die Anlagen kommen aus Deutschland, der Türkei und Polen.

Das Gesamtgewicht der Bauteile beträgt rund 1.800 Tonnen. Auf den langen Transportrouten durchqueren die insgesamt 180 bis 200 Lkw – davon 30 Lkw mit einer Überhöhe von 3,4 Metern – mehrere enge Bergpässe. An vielen Abschnitten drohen Steinschläge oder Lawinen. Die Güter sind deshalb belastungs- und beförderungssicher verpackt, so dass die Waren unbeschädigt beim Empfänger ankommen.
Perfekt koordiniert

Um die Zeitpläne für den Bau einzuhalten, koordiniert das Team von Militzer & Münch 20 bis 25 Lkw-Lieferungen pro Woche. Die Verzollung übernimmt der Empfänger der Schaltanlagen selbst.

Strom aus Wasserkraft

  • Der Franzose Benoît Fourneyron entwickelte 1827 die erste praktikable Wasserturbine.
  • 1866 erfand Werner von Siemens den elektrodynamischen Generator, der Bewegung in Strom umwandeln konnte.
  • Das erste Wasserkraftwerk zur Erzeugung von Strom entstand 1880 in England.
  • 1895 wurde das erste wasserbetriebene Großkraftwerk der Welt an den Niagarafällen in Betrieb genommen.
  • In Europa entstanden 1898 in Rheinfelden die ersten mit Wasser angetriebenen Kraftübertragungswerke.

Mit Landverkehren weiter wachsen

Ob von Ost nach West oder von Nord nach Süd – viele Transitrouten führen durch Polen. Für Militzer & Münch ist es daher ein logischer Schritt, das Angebot der polnischen Landesgesellschaft M&M air sea cargo S.A. um Straßengüterverkehre zu erweitern. 

Mitte Januar startete Radoslaw Brejnak bei Militzer & Münch in Polen als Leiter Road. Zunächst wird er von Warschau aus operative und vertriebliche Strukturen für den neuen Geschäftsbereich aufbauen. Später sollen auch in Krakau und Breslau Abteilungen für den Bereich Road entstehen.

Radoslaw Brejnak ist Logistikexperte und verfügt über langjährige Erfahrungen im Business Development und im Segment Road. Er ist optimistisch, dass Militzer & Münch in Polen von der dynamischen Entwicklung des Logistikmarktes und insbesondere des Straßengüterverkehrs profitieren wird. Da viele Transitrouten durch Polen führen, ist eine intensive Zusammenarbeit mit anderen Militzer & Münch Landesgesellschaften geplant.

Die Leistungen von Militzer & Münch Polen im Segment Road umfassen FTL, Sammelgut- und Teilladungstransporte im Import und Export, temperaturgeführte Verkehre und ADR-Gefahrguttransporte sowie Express- und Just-in-time-Lieferungen.

Auf der Durchreise

Polen ist seit langem ein Transitland für internationale Verkehre. Bereits in der Antike und im Mittelalter führten wichtige Handelswege hindurch, unter anderem die Bernsteinstraße und der europäische Teil der Seidenstraße. Heute durchqueren zahlreiche Warentransporte das mitteleuropäische Land. Die polnische Regierung plant, bis 2023 mehrere Milliarden Euro in den Ausbau der Straßeninfrastruktur zu investieren.

Mehr Kapazitäten für Pharma und Chemie

Maßgeschneiderte Konzepte für die Schweizer Industrie: Um Kunden noch mehr Leistungen zu bieten, hat Militzer & Münch in Basel seit Januar sein Team um Experten für Transporte nach Zentral- und Osteuropa erweitert.

Vom Büro in Basel aus wickelt Militzer & Münch seit langem Land,- Luft- und Seefrachttransporte für Schweizer Kunden ab. Der Standort im Nordwesten der Schweiz wurde vor mehr als 30 Jahren gegründet. Die Leistungen umfassen weltweite Warentransporte mit Fokus auf Osteuropa, Zentralasien, Kaukasus, GUS, Türkei, Griechenland und Maghreb. Sowohl Sammel-, Teil- und Komplettladungen als auch weltweite Import- und Export-Containerdienste sowie  Zollabfertigung bieten die Mitarbeiter ihren international tätigen Kunden.

Um der Schweizer Industrie künftig ein noch stärkerer Partner zu sein, hat sich Militzer & Münch entschieden, das bisherige Portfolio zu erweitern. Stark nachgefragt sind Transporte nach Polen, Tschechien, Ungarn, Slowenien – insbesondere von der Chemie- und Pharmabranche. Die dafür neu eingestellten Mitarbeiter sind Spezialisten für Zentral- und Osteuropa mit viel Erfahrung in diesen Regionen. Sie bringen beste Voraussetzungen mit, Konzepte für maßgeschneiderte Transporte in die vier Länder zu entwickeln und die Kunden umfassend zu beraten.

Basel gilt als ein Zentrum der Chemie- und Pharmaindustrie. Die Lage in Mitteleuropa ist ein optimaler Ausgangspunkt für internationale Transporte Richtung Osten. Dabei setzt Militzer & Münch Schweiz unter anderem auf einen langjährigen Partner, die Stückgutkooperation CargoLine.

 

Maghreb – ein Markt mit Potential

Tunesien, Marokko, Algerien – die Militzer & Münch Gruppe verzeichnet einen starken Anstieg der Transporte in die Maghreb-Region. In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Lkw-Verkehre des Logistikdienstleisters zum Beispiel von Deutschland nach Marokko verdoppelt, nach Tunesien sogar verdreifacht. Auch das Interesse der Kunden an Transporten von und nach Algerien nimmt zu.

Mit Tunesien, Marokko und Algerien ist die EU über Assoziierungsabkommen vertraglich verbunden. Schrittweise sollen diese vertieft und zu Freihandelsabkommen (Deep and Comprehensive Free Trade Area, DCFTA) erweitert werden. Besonders eng sind die Beziehungen der EU zu Marokko und Tunesien. Dabei sind die Länder wirtschaftlich unterschiedlich aufgestellt:

  • Tunesien verfügt über einen hohen Industrialisierungsgrad und eine gute Infrastruktur. Die Industrie ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt der zweitwichtigste Wirtschaftssektor. Laut Deutsch-Tunesischer Industrie- und Handelskammer ist die Textil- und Bekleidungsindustrie der strategisch wichtigste Industriezweig. 83,6 Prozent der in Tunesien produzierten Textilien sind ausschließlich für den Export bestimmt.
  • Der Wirtschaftsstandort Marokko punktet mit einer modernen Verkehrsinfrastruktur und niedrigen Produktionskosten. Insbesondere die Kfz-Industrie hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet voran.
  • Wesentlich für die Wirtschaft Algeriens sind die Förderung und der Export von Öl und Gas. Derzeit machen die Exporte aus dem Öl-und Gasgeschäft rund 98 Prozent der Deviseneinnahmen aus. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, mehr Arbeitsplätze außerhalb dieses Sektors zu schaffen.

Militzer & Münch eröffnete 2016 ein neues Zollterminal im marokkanischen Tanger.

Erfolgskonzept aus Frankreich

Militzer & Münch ist bereits seit über 35 Jahren in der Maghreb-Region aktiv. „Vor allem die Frankreich-Maghreb-Relation ist ein wichtiges Standbein der Militzer & Münch Gruppe“, sagt Dr. Lothar Thoma, CEO M&M Militzer & Münch International Holding AG. Marseille ist für Militzer & Münch das Tunesien-Hub, Marokko-Umschlagplätze sind unter anderem Pusignan (Lyon) und Bordeaux. Ein wesentlicher Anteil der gesamten Transporte von Militzer & Münch in Frankreich laufen auf der Relation Frankreich / Maghreb. „Was unsere Landesgesellschaft in Frankreich bereits erfolgreich umsetzt, planen wir auch auf Deutschland und die Schweiz zu übertragen“, sagt Dr. Lothar Thoma. „Mit dem seit Anfang September 2016 aktiven Business Development Team für diese zwei Länder erwarten wir eine gute Entwicklung für die beiden Relationen.“

Potenzial sieht Militzer & Münch zudem für Verkehre nach Algerien. Im August 2016 hat die algerische Regierung ein neues Investitionsgesetz verabschiedet, das Anreize für ausländische Investoren bietet. Insbesondere Kunden, die im Anlagenbau für die Erdöl- und Gasbranche aktiv sind, fragen verstärkt Transporte bei Militzer & Münch an. So werden bereits jetzt regelmäßig Warenladungen für Algerien in Marseille konsolidiert, in Container verpackt und nach Algier transportiert. Weitere Direktabfahrten bestehen in die algerischen Hafenstädte Oran, Bejaia sowie Skikda.

Dreh- und Angelpunkt Eichenzell

In Deutschland läuft die Abwicklung der Maghreb-Transporte hauptsächlich über die Niederlassung in Eichenzell. Unter der Leitung von Uwe Bierfreund, Niederlassungsleiter von Militzer & Münch Stockstadt und Eichenzell, sorgt das dortige Team sowohl für die operativen Abläufe als auch für Vertrieb und Angebotserstellung. „Im Vergleich zu Fernost ist die Nähe der Maghreb-Region zu Westeuropa ein großer Vorteil insbesondere für die Textil- und Automobilbranche“, erklärt Uwe Bierfreund. „Dabei setzen wir vor allem auf Lkw-Transporte, bieten unseren Kunden aber auch Luft- und Seefrachtlösungen an.“ Militzer & Münch wickelt hauptsächlich Transporte für die Automobil-, Maschinenbau-, Chemie- und Pharmabranche ab, liefert medizinische Ausrüstung und Elektronik sowie Vorprodukte für Textilien und fertige Textilien.

Vor allem Sammelgüter und größere Teilpartien werden Door-to-Door per Lkw abgewickelt. So verpackt das Team in Eichenzell beispielweise die Ware für Marokko bis Donnerstagabend, am Freitag startet der Lkw-Transport in die Hafenstadt Algeciras. In der Nacht von Sonntag auf Montag erreicht der Transport Tanger. Ein ähnlicher Ablauf gilt für Tunesien: Mit der Fähre werden die Güter von Marseille oder Genua nach Tunis verschifft. Darüber hinaus gibt es zusätzliche Abfahrten für Gefahrgut.

„Für Militzer & Münch sind und bleiben die Maghreb-Staaten einer der Schlüsselmärkte. Mit unseren erfahrenen Teams im Maghreb, in der Türkei, in Frankreich, Deutschland und der Schweiz sind wir auch künftig optimal aufgestellt, individuelle Transportlösungen für unterschiedliche Branchen anzubieten.“

Dr. Lothar Thoma
CEO M&M Militzer & Münch International Holding AG

Investitionen vor Ort

„Nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus nahen Beschaffungsländern wie Polen und Finnland wird Ware in Eichenzell für den Maghreb konsolidiert“, sagt Uwe Bierfreund. Um den Kunden weiterhin umfangreiche Services zu bieten, hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren stetig in die eigene Infrastruktur im Maghreb investiert. Unter anderem errichtete Militzer & Münch 2016 ein Zollterminal im marokkanischen Tanger, das mit 10.000 Quadratmetern zusätzliche Lagerkapazitäten und eine schnelle Zollabwicklung ermöglicht.

Die gute Infrastruktur und das umfassende Know-how der Landesgesellschaften in Tunesien und Marokko sind wichtige Eckpfeiler für das wachsende Geschäft im Maghreb. „Für Militzer & Münch sind und bleiben die Maghreb-Staaten einer der Schlüsselmärkte“, sagt Dr. Lothar Thoma. „Mit unseren erfahrenen Teams im Maghreb, in der Türkei, in Frankreich, Deutschland und der Schweiz sind wir auch künftig optimal aufgestellt, individuelle Transportlösungen für unterschiedliche Branchen anzubieten.“ 

Grüne Logistik in Marokko

Im November 2016 – parallel zur UN-Klimakonferenz in Marrakesch – gehörte Militzer & Münch Marokko zu den Unterzeichnern der ersten marokkanischen Charta zur Förderung der grünen Logistik. Damit verpflichtet sich Militzer & Münch Marokko freiwillig zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Initiator der Charta ist die staatliche Agentur zur Entwicklung der Logistik (Agence Marocaine de Développement de la Logistique).
Weitere Informationen: www.amdl.gov.ma/amdl/accueil/

Militzer & Münch im Maghreb stark aufgestellt

In Marokko verfügt Militzer & Münch über vier Standorte:

Tanger / Casablanca / Sapino / Tanger Port

Drei Standorte hat Militzer & Münch in Tunesien:

Radès (Tunis) / Carthage Airport / Sousse

Großlieferung nach Kasachstan

Quer über die Kontinente geht die Reise für etwa 30 Container gefüllt mit allem, was in ein Hotel gehört. Der Militzer & Münch Standort Eichenzell dient dabei als Zentrale für die Planung, Koordination, Durchführung und Kontrolle der Güterflüsse. Bis April soll das Projekt noch laufen. 

Insgesamt vier Kontinente sind in das Projekt involviert: Europa, Asien, Australien und die USA. Die Transporte aus den einzelnen Ländern bis ins Zielland Kasachstan können zwischen 22 und 70 Tage in Anspruch nehmen – je nachdem wo die Reise anfängt. Der Großteil der Produkte geht zuerst per Luft- oder Seefracht oder auf dem Landweg nach Eichenzell. Sind die Güter dort angekommen, werden sie per Lkw weiter nach Duisburg gefahren, auf Züge verladen und nach Astana in Kasachstan transportiert. Die Zugfahrt dauert 20 Tage.

Zusammenarbeit wird groß geschrieben

Etwa 30 Container verschickt das Militzer & Münch Team aus Eichenzell in Zusammenarbeit mit der Schwestergesellschaft InterRail. 40 Fuß sind die Container groß, ihre Fracht bunt gemischt. Von Möbeln und Elektrogeräten über Hygieneartikel hin zu Fitnessgeräten, Spielzeugen und vielem mehr. An dem gesamten Prozess beteiligen sich auch die Militzer & Münch Standorte Frankfurt, Hamburg und Berlin. Bei den Lkw-Transporten kooperiert Militzer & Münch Eichenzell außerdem mit CargoLine und anderen Partnern.

Für den Auftraggeber übernimmt Militzer & Münch die Dokumentation von Packlisten, Handelsrechnungen und Ausfuhrerklärungen sowie die Prüfung der Einfuhrgenehmigungen und notwendigen Zertifikate. Dies ist notwendig, da die Lieferanten ihre Güter nach Europa schicken, diese von hier aus jedoch weiter nach Kasachstan transportiert werden. Mit den ursprünglichen Dokumenten kann die Ware in Astana nicht verzollt werden, deshalb müssen die Dokumente zunächst ins Russische übersetzt werden.

Astana, die zweitgrößte Stadt Kasachstans

  • Seit 1997 ist Astana die Hauptstadt Kasachstans.
  • Die Zahl der Einwohner liegt bei 814.401 (Stand 2014).
  • Erst ab 1998 wurde die Mehrzahl der großen Bauwerke der Stadt errichtet.
  • In den letzten 20 Jahren sind in Astana ein neues Regierungsviertel, Einkaufs-, und Geschäftszentren, Wohnhäuser und Museen entstanden. Bis Ende 2013 flossen rund 32 Milliarden US-Dollar in den Ausbau der Hauptstadt.
  • Die Ausrichtung der Weltausstellung Expo 2017 in Astana treibt die Stadtentwicklung weiter voran. So investiert die Hauptstadt unter anderem in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, um sich für die große Besucheranzahl bei der Expo und das weitere Bevölkerungswachstum zu rüsten.
  • Besonders durch die Lage Astanas in der Mitte Kasachstans hat die Stadt eine Sonderstellung als Verkehrsknotenpunkt.

Bauteile von drei Kontinenten

Die Militzer & Münch Gruppe transportiert insgesamt fast 190 Container mit Bauteilen für eine Papiermaschine nach Russland. Beteiligt an dem multimodalen Transport sind die Militzer & Münch Landesgesellschaften in Deutschland und China. Der Abschluss des anspruchsvollen Projekts ist für den Sommer 2017 geplant. 

Die Republik Karelien liegt im Nordwesten der Russischen Föderation. In der 30.000-Einwohner-Stadt Segescha wird eine bestehende Papierfabrik modernisiert und mit einer neuen Papiermaschine ausgestattet. Papier und Pappe zählen neben Holz und Metallen zu den Hauptexporten der Region. Ein Großteil der Komponenten für die Maschine stammt von der Voith Gruppe. Den Aufbau der Papiermaschine übernimmt Voith Sankt Petersburg mit Unterstützung des Endkunden. Mit Transporten der Bauteile hat Voith unter anderem Militzer & Münch beauftragt.

Komplette Importe aus China und Brasilien

Die Papiermaschine ist aufgebaut 130 Meter lang und 10,5 Meter breit. Sie besteht aus zahlreichen Einzelteilen. Zuständig ist Militzer & Münch für die kompletten Importe aus China und Brasilien nach Deutschland sowie für die Containerexporte per See von Deutschland nach Russland. Im September 2016 startete Militzer & Münch mit den ersten Seetransporten von Einzelteilen in Leasing-Containern von Brasilien und China nach Deutschland. Erste Transporte von Hamburg über den Seeweg nach St. Petersburg sind für April geplant. Der Weitertransport von St. Petersburg nach Segescha erfolgt per Lkw.

„Die gute Zusammenarbeit und intensive Kommunikation zwischen den Militzer & Münch Teams in China und Deutschland sorgt bisher für einen reibungslosen Ablauf des Projektes.“

Thomas Czojor
Leiter der Militzer & Münch Air & Sea Niederlassung Hamburg

Unterschiedliche Container im Einsatz

Eine wochenlange Planungsphase ging dem Projekt voraus. „Gemeinsam mit unseren Dienstleistern müssen wir die Transportart für jede Lieferung individuell anpassen“, sagt Thomas Czojor, Leiter der Militzer & Münch Air & Sea Niederlassung Hamburg. „Viele Walzen für die Maschine kommen beispielsweise aus China. Wir haben sie von dort in Open-Top-Containern nach Hamburg befördert.“ Neben Open-Top-Containern setzt Militzer & Münch bei dem Transport auch High-Cube- und Flat-Rack-Container (siehe Kasten) sowie eine Übermaß-Kiste ein.

Die 3,45 Meter lange, 3,33 Meter breite und 4,20 Meter hohe Übermaß-Kiste mit einem Gewicht von 19 Tonnen legte einen sehr weiten Weg zurück. „Diese Break-Bulk-Ladung war aufgrund der Höhe eine besondere Herausforderung“, sagt Thomas Czojor. „Wir haben sie von Shanghai über Antwerpen per Spezialtransport bis zum Kunden nach Heidenheim in Deutschland geliefert.“ Die Komponente für die Papiermaschine wird nun per Lkw nach Russland weitertransportiert.

Zoll-Know-how ist gefragt

Neben dem reinen Transport ist Militzer & Münch auch für einen Teil der Zollabwicklung zuständig. „Wir haben die Exportverzollung in Brasilien und China, die Importverzollung in Deutschland sowie die Exportverzollung für Russland übernommen“, sagt Thomas Czojor. Die Importverzollung in Russland übernimmt der Zollbroker des Endkunden.

Die gesamte Projektabwicklung ist bislang zur vollsten Zufriedenheit des Kunden verlaufen. „Die gute Zusammenarbeit und intensive Kommunikation zwischen den Militzer & Münch Teams in China und Deutschland sorgt bisher für einen reibungslosen Ablauf des Projektes“, sagt Thomas Czojor. Der Kunde hat bereits weitere Anfragen an Militzer & Münch gestellt, die derzeit bearbeitet werden.

Im Nordosten Europas, zwischen Ostsee und Weißem Meer, liegt die Region Karelien. Die Gesamtfläche der Region umfasst zirka 200.000 Quadratkilometer. Davon liegen etwa 85 Prozent in Russland und bilden die Republik Karelien mit zirka 700.000 Einwohnern. Rund 30.000 Quadratmeter Kareliens gehören zu Finnland. Dort leben etwa 400.000 Einwohner.

Der russische Teil Kareliens bildet eine autonome Republik innerhalb der Russischen Föderation mit regionaler Gesetzgebung und eigener Verfassung. Zu den Hauptexportgütern zählen behandeltes und unbehandeltes Holz, Metalle, aber auch Papier und Karton. Wichtigste Handelspartner sind Finnland, Deutschland, die USA und Großbritannien.

Die Papiermaschine

In China gab es bereits vor über 2.000 Jahren eine Methode zur Herstellung von Papier. In Europa wurde Papier erst ein Jahrtausend später hergestellt und musste vor der Industrialisierung in Handarbeit gewonnen werden. Papier war damals ein kostbarer und teurer Rohstoff.

Im Jahr 1798 erfand der Franzose Nicholas-Louis Robert eine Maschine, die eine Papierbahn produzierte, statt die Blätter einzeln zu schöpfen. Er sorgte so für eine kostengünstige und schnelle Methode zur Herstellung von Papier. Damit machte er das Produkt für die breite Masse erschwinglich.

Einige Jahre später verbesserten die Papiergroßhändler Henry und Sealy Fourdrinier mit Hilfe des Ingenieurs Bryan Donkin die Erfindung von Robert noch einmal wesentlich. Sie entwickelten eine Maschine, bei der alle Arbeitsschritte aufeinander folgten, ohne dass ein Mensch eingreifen musste.

Seitdem hat sich an dem grundsätzlichen Prinzip der Papiermaschine nichts geändert: Pflanzenfasern werden mit Wasser zu einem Brei verdünnt. Ein Sieb trennt die Fasern wieder vom Wasser, so dass ein Faservlies entsteht. Die restliche Feuchtigkeit wird aus der entstandenen Papierbahn durch Pressen und Wärme entzogen. Anschließend wird das Papier geglättet.

Heute produzieren Papiermaschinen zirka 1.800 Meter Papier pro Minute. Damit ist die Produktion einer modernen Papiermaschine in einer Stunde höher als die Jahresproduktion einer Papiermaschine im 19. Jahrhundert.

Welche Containerarten nutzte Militzer & Münch bei diesem Transport?

Für leichte und voluminöse Waren werden bevorzugt High-Cube-Container verwendet. Sie sind zirka 30 Zentimeter höher als ein Standard-40-Fuß-Container. Paletten können dadurch höher geladen werden. Ein 40-Fuß-Container ist 12,03 Meter lang, 2,35 Meter breit und 2,68 Meter hoch.

Open-Top-Container werden hauptsächlich für hohe Ladungen genutzt. Sie können mit einem Kran von oben beladen werden, wenn eine Beladung durch die Tür nicht möglich ist. Open-Top-Container können mit einer abnehmbaren Plane verschlossen werden. Die 40-Fuß-Container messen 12,03 Meter mal 2,35 Meter mal 2,38 Meter.

Bei überbreiten oder voluminösen Ladungen findet ein Flat-Rack-Container Verwendung. Kisten mit Dimensionen, die das Maß eines geschlossenen Containers übersteigen, können mit dieser Containerart verladen werden. Mit Zurrgurten und Rungen wird die Ladung gemäß den gesetzlichen Bestimmungen gesichert. Ein 40-Fuß-Container hat die Maße 12,05 Meter mal 2,44 Meter mal 2,26 Meter.

Die Seidenstraße – aus Alt mach Neu

Mit Mammut-Projekten kennt China sich aus. Was den Chinesen vor mehreren Jahrhunderten mit der Fertigstellung der Chinesischen Mauer gelungen ist, soll sich nun in ähnlicher Weise wiederholen. Geplant ist ein gigantisches Investment-Paket zur Verbesserung des Transportnetzes zwischen Asien und Europa. Auch Militzer & Münch nutzt die Chance und baut seine Standorte und Landtransporte in China und Zentralasien weiter aus. In einigen der Länder ist Militzer & Münch bereits seit über 20 Jahren tätig.

Das Projekt zur Wiederbelebung der Seidenstraße läuft unter dem Namen „One Belt, One Road“ (OBOR; ein Gürtel, eine Straße). In den nächsten Jahren plant China dafür über 100 Milliarden Dollar ein. Die 2.100 Jahre alte Seidenstraße gewinnt durch die Initiative, die gleichzeitig als Handels- wie auch als politische Strategie der chinesischen Regierung fungiert, wieder an Bedeutung für die heutige Transportwelt. Schon damals nutzte man diese Route für den Warenverkehr zwischen China und Europa. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Straße, wie der Name vermuten lässt, sondern um ein Netz von Wegen, Haupt- und Nebenstraßen. Diese führten durch Länder, die heute bekannt sind als China, Indien, Pakistan, Afghanistan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan und Türkei.

Der Warenverkauf, Versand und Tausch dauerte damals noch mehrere Jahre. Heutzutage kann Ware in knapp 15 Tagen vom einen auf den anderen Kontinent verschickt werden. Früher nutzte man Kamele als Transportmittel, heute werden diese auf dem Landweg von Zügen und Lkw ersetzt. Ein wichtiger Bestandteil der „One Belt, One Road“ Initiative ist der Ausbau der Infrastruktur. Dazu gehören Bahnnetze, Straßen, Pipelines und Seehäfen. Zudem entstehen riesige Industrieareale entlang der Seidenstraße – sowohl in China als auch in Zentralasien.

In den zentralasiatischen Ländern und in der transkaukasischen Region beschäftigt Militzer & Münch insgesamt rund 200 Mitarbeiter, in China etwa 100 Mitarbeiter. Allein in China ist das Unternehmen mit sieben Niederlassungen stark vertreten. Insbesondere die langjährige Niederlassung im chinesischen Urumqi ist ein optimaler Ausgangsort für Transporte nach Kasachstan und Usbekistan. Das Ziel ist, die Präsenz in China und Zentralasien sowie die Verkehre zwischen den Regionen noch weiter zu verstärken.

Chinageschäft wird ausgebaut

Die Aufstockung des Management Teams von Militzer & Münch China ist ein zentraler Schritt für die Ausweitung der Geschäfte an der neuen Seidenstraße. Glenn Bai hat seit September 2016 die Verantwortung für die chinesische Landesgesellschaft. Seit Anfang des Jahres wird er von vier neuen Mitarbeitern unterstützt – darunter die Industrie-Experten Eric Wang, Director Rail Freight China, und Philip Wang, Director North China.

Zur zusätzlichen Stärkung hat Militzer & Münch China im Februar außerdem die Trade Lane Sales Managerin Anna Boro eingestellt. Die gebürtige Russin soll sich speziell auf die Entwicklung des Geschäfts zwischen China, Russland und Zentralasien entlang der Seidenstraße fokussieren.

Ein neues Produkt ist auf der Route von China nach Zentralasien bereits etabliert. Ein Containerblockzug verbindet Xuzhou im Osten Chinas mit der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Im Januar und Februar erfolgten für ein Industrieprojekt insgesamt drei Transporte von China nach Usbekistan. Beladen waren die Blockzüge mit Stahlblechrollen in 20-Fuß-Containern. Jeder Transport benötigte nur 10 bis 12 Tage von Xuzhou in der Provinz Jiangsu bis nach Taschkent. Dabei arbeitete Militzer & Münch eng mit seiner Schwestergesellschaft InterRail zusammen. Im vergangenen Jahr fuhr InterRail auf der neuen Seidenstraße bereits rund 280 Züge von China nach Europa.

„Durch die ‚One Belt, One Road‘-Initiative und die damit zusammenhängenden hohen Investitionen sind zahlreiche Infrastrukturprojekte in den Anliegerländern Zentralasiens zu erwarten“, sagt Glenn Bai. „Wir werden die Chancen wahrnehmen, um das Potenzial dieses vielversprechenden Marktes zu nutzen. Dabei arbeiten wir eng mit den Landesgesellschaften in Zentralasien zusammen.“

Seidenstraßen-Fonds

Vor etwa einem Jahr gründete China als zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt ein eigenes Geldinstitut, die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB), und einen Seidenstraßen-Fonds (Silk Road Fund), um die Infrastruktur in Asien zu verbessern. In den Seidenstraßen-Fonds flossen 40 Milliarden US-Dollar. Die AIIB wurde von China mit 50 Milliarden US-Dollar als Startkapital ausgestattet. Von den weiteren Mitgliedsstaaten wurden die finanziellen Mittel der Bank ebenfalls weiter aufgestockt. So beteiligt sich unter anderem Deutschland mit 4,5 Milliarden US-Dollar.

Länder und Projekte

Militzer & Münch gehört zu den führenden Transport- und Logistikdienstleistern in Zentralasien mit Standorten in Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan. Seit dem 1. Februar ist das Unternehmen auch in Aserbaidschan präsent. Eine Delegation aus zwei Mitarbeitern übernimmt die Geschäfte vor Ort. Hier liegt das Potenzial vor allem auf dem Standard-Transportgeschäft.

In Tadschikistan hat Militzer & Münch kürzlich zwei große Projekte gewonnen. Ein Langzeit-Vertrag umfasst die Anlieferung der Waren für einen Betten- und Einrichtungsfachmarkt mit monatlich sechs oder mehr Lkw-Ladungen. In der Anfangsphase im Dezember und Januar wickelte Militzer & Münch bereits 17 Road-Transporte von Polen nach Tadschikistan ab.

Das zweite Vorhaben ist ein Staudammprojekt, für das Militzer & Münch Bauteile transportiert. Der Staudamm entsteht derzeit am Wachsch, dem Fluss, der Tadschikistan vom Norden nach Südwesten durchfließt und für das Land eine wichtige Stromquelle darstellt. Etwa 180 bis 200 Lastwagenladungen wird Militzer & Münch voraussichtlich nach Tadschikistan transportieren – davon 30 mit einer Überhöhe von 3,4 Metern (siehe Kurznews in der Rubrik PROJEKTE).

In Kasachstan normalisiert sich nach der Abwertung der kasachischen Währung Tenge die wirtschaftliche Situation des Landes wieder. „Der Markt hat sich stabilisiert. Militzer & Münch profitiert von langsam zunehmenden Transporten“, sagt Nikolaus Kohler, Regional Managing Director Middle East / Central Asia. „Wir sind optimistisch, dass vor allem nach der Weltausstellung Expo 2017 in Kasachstan das Projektgeschäft wieder an Fahrt aufnimmt.“ Dank großer chinesischer Onlinehändler, bei denen auch die Bevölkerung Kasachstans einkauft, nimmt zudem das B2C-Geschäft zu. Militzer & Münch ist angesichts des eigenen KEP-Dienstes in Kasachstan für zunehmende Sendungsmengen bestens gerüstet.

Nach Usbekistan blickt die Logistikbranche ebenfalls zuversichtlich. Zwar gab es aufgrund von Devisenregulierungen bisher kaum Sicherheiten für ausländische Investoren, jedoch stehen dem Land unter dem im Dezember 2016 gewählten Präsidenten voraussichtlich neue Wege offen. „Wir erhoffen uns, dass die zurzeit bestehenden Kapitalbeschränkungen nach und nach gelockert werden, was wiederum den Weg für Investitionen ebnet“, sagt Nikolaus Kohler.

Landwege sind zeit- und kostensparend

Die chinesische Regierung hat bereits über 60 Länder von ihrem OBOR-Projekt überzeugt. Der Landweg hat zwei klare Vorteile gegenüber dem See- und Luftweg: der Preis und die Geschwindigkeit. Der Transport mit Zügen dauert etwa 20 Tage weniger als mit dem Schiff und ist weitaus günstiger als mit dem Flugzeug.

Während über die alte Seidenstraße kostbare Stoffe, Porzellan und orientalische Gewürze transportiert wurden, soll die neue Seidenstraße zum Transport von Elektronik, Markenware, Autoteilen, Textilien und vielem mehr genutzt werden. Vollcontainer per Bahn transportieren Militzer & Münch und InterRail auf der Strecke China – Europa in beide Richtungen derzeit insgesamt zehn Mal pro Woche.

Projekte entlang der Seidenstraße

  • Aserbaidschan: Eine Erdgaspipeline soll von Aserbaidschan durch die Türkei bis nach Europa verlaufen. Es ist eine vom „Trans-Anatolian Natural Gas Pipeline (TANAP) Project“ geplante und im Bau befindliche, rund 2.000 Kilometer lange Erdgaspipeline.
  • Tadschikistan: Eine Ausbesserung der Grenzstraße von Dushanbe in Tadschikistan nach Usbekistan läuft.
  • Pakistan: Für eine bessere Verbindung von Zentralasien zu den Häfen in Gwadar und Karachi soll in dem Abschnitt von Shorkot nach Khanewal ein Ausbau der Autobahn erfolgen. Das Projekt soll helfen, die Effizienz und Sicherheit in dem Transport-Korridor zu gewährleisten. Es wird knapp 64 Kilometer und vier Fahrbahnen umfassen.

Pläne von InterRail

InterRail – ein auf Bahntransporte spezialisiertes Unternehmen und Schwestergesellschaft von Militzer & Münch unter dem Dach der TransInvest Group – hat für seine Geschäfte drei bedeutende Handelsrouten bestimmt:

  • Auf der Ost-West-Route ist es das Ziel, einer der erfolgreichsten Buchungsagenten zu werden.
  • Auf der sogenannten alten Seidenstraße, dem China-Zentralasien-Korridor, sollen die Pionier-Test-Züge zu regelmäßigen Verbindungen ausgebaut werden.
  • Das gleiche gilt für den Nord-Süd-Korridor. Hier sollen zusätzlich regelmäßige Blockzugverkehre eingerichtet werden.

InterRail hat insbesondere in den letzten 24 Monaten diverse neue Produkte und Routen in sein Portfolio aufgenommen. Dazu gehören zum Beispiel offene Züge für die Beladung mit einzelnen Containern bzw. Containergruppen, aber auch LCL-Verkehr ab China nach Europa sowie Verladungen in Spezialwaggons zwischen Russland und Zentralasien. Geographisch gesehen hat InterRail unter anderem neue Zugverbindungen ab China nach Afghanistan, der GUS, Lettland sowie erst kürzlich nach UK gestartet.